My Life – My Story

Maybe you know my name – but you don't know my story (:

endlich glücklich (: 8. Juli 2012

Ich lebte mit meinen Eltern am Rande eines kleinen Dorfes. Jeder kannte hier jeden und man wusste auch alles von einander. Zu meinem persönlichen Pech verschloss man aber auch hier gerne die Augen vor Dingen, die man lieber nicht sehen wollte.

Draußen schien die Sonne. Wir Schüler saßen in unseren Klassen und warteten ungeduldig darauf, dass unsere Lehrer die Zeugnisse verteilten. Der letzte Schultag. Nur noch Minuten bis zu den großen Sommerferien! Alle träumten schon vom Meer, von den Bergen oder anderen Reisezielen. Nur ich saß da und konnte die allgemeine Vorfreude kaum noch ertragen. Mein Zeugnis fiel vor mir auf den Tisch. Mein Herz rutschte mir in die Hose als ich es las. In Mathematik und Französisch nur ne drei.  Also nur befriedigend. Was würde wohl mein Vater dazu sagen?

Zuhause angekommen, öffnete ich vorsichtig die Türe zu unserer Wohnung, spähte hinein und schlich mich auf leisen Sohlen in mein Zimmer. ,,Halt!“ rief mich mein Vater streng zurück. „Ich habe dich gehört! Zeig dein Zeugnis!“ Ich verharrte einen Moment in der Bewegung, drehte mich dann langsam um und kramte umständlich mein Zeugnis aus der Schultasche. Mit gesenktem Kopf überreichte ich ihm es. Mein Vater überflog kurz die Noten. ,,Es tut mir so leid!„, entschuldigte ich mich sogleich ängstlich. ,,Ich habe mich wirklich angestrengt und…“ – ,,Schweig!“ unterbrach mich er mich. ,,Du kannst was erleben!“ Um seine Worte zu unterstützen knallte er mir sogleich die Handfläche ins Gesicht. Tränen traten mir in die Augen. ,,Heul nicht!“ befahl mein Vater unwirsch. ,,Du wirst es nicht wagen, mir noch mal so ein schlechtes Zeugnis zu zeigen!“ – ,,Bitte.“ flehte ich leise. ,,Bitte nicht schlagen!“ Der Gurt, mit dem mich immer schlägt, lag schon in seiner Hand: ,,Willst du mir jetzt etwa noch befehlen?“ Mit voller Wucht hieb er zu. Mein Oberschenkel wurde getroffen. ,,Nein, Vater!“, schluchzte ich und wich voller Angst zurück, ,,Ich… bitte!“ Wieder bekam ich den Gurt zu spüren. In dem Versuch auszuweichen, stolperte ich rückwärts über den Teppich und fiel zu Boden. Meinen Vater kümmerte das nicht. Er prügelte weiter auf mich ein. Ich war, wie schon so oft, totalhilflos und legte einfach nur die Arme schützend über den Kopf. Nach schier unendlich langer Zeit legte mein Vater den Gurt wieder zurück in die Schrankschublade und verpasste mir noch einen kräftigen Tritt mit dem Fuß bevor er das Zimmer verließ. Völlig benommen von den Schlägen blieb ich am Boden liegen und weinte. Mein ganzer Körper schmerzte. Ich würde wieder einmal unzählige blaue Flecken verstecken müssen. Meine Mutter öffnete die Türe und  kam langsam auf mich zu. Sie nahm mich in ihre Arme und tröstete mich. Dann brachte sie mich in mein Zimmer. Ich legte mich in mein Bett und schloss die Augen. Irgendwann schleppte ich mich dann ins Badezimmer und betrachtete meinen gequälten Körper. Schon jetzt hatte ich viele dunkle Flecken auf dem Körper. In mir keimte die Frage auf, wann ich mich wohl zuletzt ohne irgendwelche Striemen oder blauen Flecken gesehen hatte.

Jeden Tag fand der Vater neue Gründe mich zu prügeln. Nach einer weiteren Bestrafung meines Vaters, bei der meine Mutter nur tatenlos zugesehen hatte, schrie ich sie an: ,,Warum hilft du mir nie? Du bist kein Funken besser als er!“ Hätte ich geahnt, dass er gerade in der Türe stand und zuhörte, hätte ich meinen Mund gehalten. Er zerrte mich aus dem Zimmer und bearbeitete mich erneut mit Fäusten und Tritten, wobei er mich aufs Übelste beschimpfte. Schlussendlich zerrte er mich in den Keller und schloss mich ein. Das Licht funktionierte nicht, so saß ich also zitternd vor Schmerz und Angst im Dunkeln da. Die Stunden vergingen und irgendwann ich schlief ein. Durch das Öffnen der Kellertüre schreckte ich wieder auf. Der Vater lachte laut, warf mir eine Flasche Wasser und eine Scheibe Brot hin und meinte: ,,Das ist jetzt dein neues Zimmer!“ Entsetzt schüttelte ich den Kopf. Ich konnte es nicht glauben. Doch meinen Vater interessierte mein verzweifeltes Flehen nicht. Eine Woche lang wohnte ich im Keller. Raus durfte ich nur um in die Schule zu gehen oder im Haushalt zu helfen. Ich traute mich nicht jemanden mein Geheimnis anzuvertrauen. Mehrmals versuchte ich jedoch zu fliehen, aber entweder fand mich mein Vater oder auch die Polizei wieder und brachten mich zurück in die Hölle.

Einen Tag vor meinem 18. Geburtstag teilte ich meinen Eltern mit, dass ich seit einem halben Jahr einen Freund hatte und ich zu ihm ziehen würde. Ich hatte ihn in der Schule kennengelernt. Er wusste nichts von meinem unheimlichen Geheimnis. Mein Vater bekam einen Tobsuchtanfall. Wieder prügelte er auf mich ein. Dieses Mal konnte ich mein Gesicht nicht rechtzeitig verdecken und er schlug mir ein großes blaues Auge. Am nächsten Tag packte ich meine Koffer und zog zu meinem Freund. Schockiert fragte er mich, was mit mir passiert sei. Ich vergrub das Gesicht in den Händen und begann zu weinen. Mein Freund stand zuerst daneben und verstand gar nichts. Es hat ihn sehr viel Mühe und Geduld gekostet zu erfahren, warum ich bin wie ich bin.

Diese Kellerstrafen haben bei mir ein Trauma hinterlassen. Ich kann nicht mehr in einen Keller gehen. Wie konnte mir mein eigener Vater nur so etwas antun? Jede Träne, die ich wegen ihm vergossen habe, quittierte er mit einem Grinsen. Immer wenn ich um Gnade bettelte oder vor Schmerz schrie, begann er höhnisch zu lachen. Zahlreiche Male lag ich im Krankenhaus und band den Ärzten einen Bären auf, wie ich mir die Verletzungen zugezogen hätte. Mein Vater hat mir meine Kindheit zerstört und meine Mutter hat nichts dagegen unternommen. Meine Eltern sind für mich gestorben. Ich habe keinen Kontakt mehr zu ihnen. Ich habe begonnen ein glückliches Leben mit meinem Freund zu führen. Ich brauche keine Angst mehr zu haben und kann endlich erfahren, was Liebe wirklich ist.

J <3 – umgeschrieben

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